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Schiffswrack im See entdeckt

Bei der neuen Tiefenvermessung des Sees wurden die Überreste eines Raddampfers gefunden

Bei der detaillierten Kartierung des Seebodens im Rahmen des von der EU geförderten Forschungsprojekts „Tiefenschärfe – Hochauflösende Vermessung Bodensee“ haben Forscher des Instituts für Seenforschung (ISF) im Sommer ein großes Schiffswrack entdeckt.

Bei dem 50 bis 60 Meter großen stählernen Schiff dürfte es sich um den schweizerischen Raddampfer „Helvetia III“ handeln, der am 27. Oktober 1933 im See versenkt wurde. Die genaue Lage des Schiffs war in Vergessenheit geraten, sie war auch nirgendwo verzeichnet.

Nach der Entdeckung mit dem Echolot stand die nähere Erkundung des Wracks mit einer Unterwasser-Videokamera auf dem Programm. Dieser Tauchroboter wurde 2010 gemeinsam vom Seenforschungsinstitut und der Wasserpolizei angeschafft, um die Geheimnisse des Sees zu erkunden. Neben der Mithilfe bei wissenschaftlichen Fragestellungen wird das Gerät eingesetzt, um nach Blindgängern und Munition aus den Weltkriegen, nach verschollenen Tauchern sowie nach versunkenen Fluggeräten und Schiffen zu suchen. So soll festgestellt werden, welches Gefährdungspotential von den Objekten ausgeht.

Auch dieses Mal leistete der Roboter – dank fachkundiger Bedienung – hervorragende Arbeit: Es sandte beeindruckende Videobilder von den Wänden des Wracks auf den Bildschirm an Bord des ISF-Forschungsschiffs „Kormoran“. Gut zu erkennen: die Verzierungen am Rumpf des ehemaligen Salondampfers. Sie ähneln sehr den auf Fotos dokumentierten Verzierungen der „Helvetia III“.

Das Schiff wurde 1932 nach 45 Betriebsjahren abgewrackt. Da aber damals die Schrottpreise recht bescheiden waren, baute man nur den Kessel und die Maschine des Raddampfers aus und demontierte die Aufbauten. Danach wurde es im tiefen Seebereich östlich von Romanshorn versenkt: Auf einer historischen Aufnahme ist zu erkennen, wie der Bug in die Höhe ragt, als das Schiff im sogenannten Tiefen Schweb zwischen Romanshorn und Langenargen versinkt. Nun wurde ihr Grab in über 200 Metern Tiefe wiederentdeckt.

Information zu den Bildern:
Stationen eines Salonraddampfers: Die „Helvetia“ dampft über den Bodensee. 1932 wird sie ausgemustert und 1933 die leere Hülle in der Tiefe des Bodensees versenkt. Jetzt wurde sie wieder gefunden: im Sonarbild sind Heck und Spanten des Raddampfers zu erkennen und die Videobilder der ferngsteuerten Unterwasserkamera dokumentieren die Verzierungen am Rumpf.
Historische Aufnahmen: www.bodenseeschiffahrt.de ; Unterwasserbilder: ISF

Mitschnitte von den Sonar- und Videoerkundungen des Wracks, finden Sie hier:

 

 

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